#projektturquoise

Kennst Du das, jemanden zu vermissen, auch wenn derjenige noch gar nicht weg ist? Weil Du ihm nie so nah sein kannst, wie Du eigentlich willst?

Zwei Menschen, die auf den ersten Blick nichts verbindet. Bis auf zwei kleine Mädchen. Jul ist 18 und will ein letztes Mal die Sommerferien mit seinen zwei Schwestern im Ferienhaus in Südfrankreich verbringen. Endlich zurück nach Frankreich, das möchte auch Alix (36) mit ihrer Tochter Lou, die sich in Norddeutschland bei Weitem nicht so zuhause fühlt wie erhofft. Eine irrwitzige Idee lässt beide Familien zusammen aufbrechen, doch schwer erklärliche Unfälle und ein wiederkehrender Albtraum zerstören die Illusion unbeschwerter Sommertage ...

#projektturquoise ist ein Abschied von Bindungen, die keine sind. Das Loslösen ist gleichwohl schmerzhaft. Und vor allem nicht von allen Seiten gewollt…

Ein Roman über die Verstrickungen von Familie und Herkunft, über Freundschaft und Verantwortung.

SNEAK PEAK

Jul blickt auf diese seltsame Pietà, beleuchtet von einem weißblauen Licht, das sich vom Innenhof in das Kinderzimmer ergießt. Annelis dünne Kinderarme sind eng um Hannahs Hals geschlungen. Sie wimmert. Auch wenn der Anblick der beiden so vertraut ist, ist heute etwas anders. Hannah ist anders. Sie ist schon gut wie nicht mehr da.
– Soll ich unterm Bett nach dem Monster schauen?” fragt Jul.
– Es ist nicht unterm Bett! Es ist so dick, dass es das ganze Zimmer ausfüllt. Es erdrückt mich und es hat rote Augen!
– Sch, Süße, ich weiß, sagt Hannah und wiegt Anneli sanft.
– Aber Jul weiß es nicht. Und du bist bald weg. Ich habe so Angst!”

Anneli ist die jüngere Schwester der Zwillige Jul und Hannah. Bislang war Hannah für sie da, wenn die Alpträume sie quälen. Doch Hannah wird ihr Studium beginnen. Allmählich dämmert es Jul, dass er in Zukunft Anneli wird trösten müssen. Bald erfährt er, dass dieses Monster sehr real ist. Nur ganz anders, als Annelie und er glauben.

Anneli und ihr Monster sind nur ein Nebenaspekt der Geschichte, doch das Geheimnis um das Monster ist zentral für den Wendepunkt der Geschichte.


“Eames, Panton, Collani, alles da”, hört sie Jul mit matter Stimme hinter sich sagen. “Passen Sie auf, dass mein Vater Ihnen nicht noch einen Martini anbietet”.

Ein Elternhaus wie ein Interior-Design-Magazin. Als Jul und Alix in seinem Elternhaus zum ersten Mal aufeinandertreffen, sind beide in hohem Maße verunsichert. Alix ist hin- und hergerissen zwischen Faszination und Abscheu vor ihren neuen Bekannten, die in ihr zuviel zum Klingen bringen. Jul bleibt trotz seiner Erschöpfung nach einem Konzertauftritt in seiner Rolle als großer Bruder gefangen. Und gewinnt damit Alix Aufmerksamkeit.


„Zu dritt gehen sie durch die Frühsommernacht. Das Zirpen und Flattern und Eulenheulen macht genug Lärm, um ihr Schweigen zu übertönen. Alix geht mit einer kaum wach gewordenen Lou an der Hand. Sie selbst ist zu müde und zu verwirrt, um zu entscheiden, wie gern sie eine weitere Hand halten möchte.“

Alix ist alleinerziehend, gerade aus dem Ausland zurück in ihre Heimatstadt gezogen und alles andere als sicher mit dieser Entscheidung und in ihrem Selbstbild. Hier endet ein Abend, nachdem sich Euphorie und Enttäuschung abgewechseln, sich das Bedürfnis nach Nähe zu ihrem neuen Nachbarn Raphael und Verantwortung irgendwie gegenseitig ins Aus geschossen haben.


”Ein süßes Parfum umweht ihn, leichte Übelkeit erregend, er atmet dennoch tief ein und sinkt in eine Wolke hinab, die türkis bis in den tintenblauen Himmel leuchtet.”

Im südfranzösischen Ferienhaus eskaliert eine spontane Party von Jul, seiner Schwester Hannah und Alix. Danach ist nichts mehr wie zuvor und ein Roadtrip beginnt, der die Protagonisten vorgeblich vor der Polizei fliehen lässt – tatsächlich aber vor dem, was sie im Innersten festhält.